Gartenlauben

Beim Klick auf die kleinen Fotos erfahren Sie mehr über unsere Lauben.

Botanischer Obstgarten Heilbronn

Gartenhaus aus dem späten Mittelalter

Im Mittelalter sind fast alle Städte von einer Stadtmauer umgeben. Es folgt ein Graben (zumeist ohne Wasser) und davor ein Erdwall, der mit Gras bewachsen ist. Erst dahinter liegen die Gärten und die landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Dieses ursprüngliche Weinberghäuschen, eine Dauerleihgabe der Stadt Schwäbisch Hall, stand nur wenige hundert Meter vor dem Weiler Tor. Aus Resten von Malereien an den Innenwänden kann man schließen, dass es um 1530 gebaut wurde. Die Besitzer dieses Gartenhauses kamen vor allem aus der handwerklichen Mittelschicht; Bäcker, Werkmeister und ein Viehhändler sind als Besitzer in alten Urkunden belegt.

Botanischer Obstgarten Heilbronn

Gartenhaus aus dem Biedermeier

1814: Nach dem Ende von Napoleons Herrschaft hofft das Bürgertum in Deutschland auf mehr Freiheiten und politische Beteiligung. Doch nichts davon ist durchzusetzen. Enttäuscht ziehen sich die Bürger in den privaten Bereich zurück.
Der Baustil des Gartenhauses ist spätklassizistisch, also der Formensprache der Antike nachempfunden. Nur die Tür und der Fußboden stammen aus den 1920er Jahren.

Diese achteckige Laube stand ursprünglich in Güglingen in der Stockheimer Strasse 21. Als der Garten bebaut werden sollte, kam sie im Juli 2000 hierher.

Botanischer Obstgarten Heilbronn

Gartenhaus aus der Gründerzeit

1871: Nach dem Krieg gegen Frankreich wird das Deutsche Kaiserreich gegründet. Wilhelm I von Preußen wird deutscher Kaiser, Berlin Hauptstadt. Ein schön angelegter Ziergarten mit Gartenhaus wird zum Statussymbol des gehobenen Bürgertums der Gründerzeit zwischen 1870 und 1900.

Dieses prachtvolle farbige Gartenhaus stand ursprünglich in der Pfühlstraße 69 in einem Gartengrundstück. Der Kirschner Ludwig Krimmer verschenkte es an den Schuhmacher Schaffner als er auf dem Grundstück sein Wohnhaus baute. Das Häuschen wurde mit der Adresse "Am unteren Neckarsulmer Fußweg" wieder aufgebaut.

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Pavillon im maurischen Stil

In der Gründerzeit, zwischen 1870 und 1900, wird gerne im Stil des Historismus, also nach alten Vorbildern, gebaut. In diesem Falle ist es der "maurische" Stil. So baute man in Nordafrika und Spanien zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert.

Dieser Pavillon stand ursprünglich im Garten des Hauses in der Gymnasiumstrasse 35 - hinter der Heilbronner Synagoge. Der Bauantrag zu seiner Errichtung wurde im Januar 1877 genehmigt. Der Bauherr war Wilhelm Scholl, von Beruf "Agent", also ein selbständiger Kaufmann. Vielleicht erklangen Cello oder Violine hier; man nahm Tee und Gebäck. Für Spaten und Rechen war darin ganz bestimmt kein Platz.

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Rotes Gartenhaus

Heilbronn ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine wohlhabende Stadt. Doch die "kleinen Leute" wie Handwerker, Beamte und Angestellte sind nicht reich und deshalb auf Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten angewiesen. Vor allem für Menschen, die in den engen Gassen der Altstadt wohnen, ist ein Garten mit einer solchen Laube auch ein Erholungsort. Das trifft zudem den Zeitgeist: Die Freikörperkultur und die "Wandervogelbewegung" entstehen; es drängt die Menschen hinaus zu Licht, Luft und Sonne.

Diese schöne rote Holzlaube, die wohl Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, stand zuerst in einem Gartengebiet an der Schmollerstraße in Heilbronn. In den 1930er Jahren versetzte man die Laube bergauf an die Cäcilienbrunnen Straße, Besitzer waren die Brüder Bauer.

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Achteck - Laube

Für wohlhabende Bürger der Gründerzeit ist der Garten Statussymbol, ein Ort der Ruhe und Muße. An schönen Sommertagen spielen die Damen hier vielleicht Bridge; die Herren rauchen ihre Zigarre nach dem Essen.
Diese Laube ist ein Geschenk der Stadt Schwäbisch Hall und stand dort bis ca. 1990 in der Lange Straße 48. Gebaut wurde sie um 1880 in der antiken Form des "Oktogon", also des Achtecks. Die vielen geschnitzten und ausgesägten Zierelemente sowie die Sandsteinstufen lassen vermuten, dass sie im Garten wohlhabender Bürger stand.

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Kleingärtnerlaube

Durch die zunehmende Industriealisierung ziehen ab den 1880er Jahren immer mehr Menschen in die Städte. Diese werden immer dichter bebaut. Um die Städte herum entstanden Gärten und "Obstgütle" zur Selbstversorgung der Bevölkerung mit frischen Obst und Gemüse.

Diese Laube stammt aus Heilbronn - Böckingen, unweit des Berufschulzentrums. Die dortigen Kleingärten bestehen teilweise noch immer. Die Farbgebung in ockergelb und englischrot sowie der offene Verandabereich sind typisch für die Zeit und zeigen, dass hier jemand mehr als nur einen Geräteschuppen haben wollte.

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Heimwerkerlaube

Die Kleingärten erfreuen sich um die Jahrhundertwende zunehmender Beliebtheit, selbst Arbeitervereine gründen Kleingartenkolonien. Die Inhaber solcher Gärten haben nicht viel Geld, darum wurde alles so einfach wie möglich gestaltet und oft auch gebrauchtes Material zum Bau der Lauben verwendet.

Diese Laube entstammt dem Böckinger Kleingartengebiet beim Berufschulzentrum. Wie eine Inschrift im Innern belegt, wurde sie 1911 gebaut. Diese einfache Form eines Gartenhäuschens wurde hier mit einem Einbauschrank, Bänken und abschraubbaren Lüftungsklappen sehr einfallsreich ausgestattet.

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Kleiner Tempel

Auch um die Wende zum 20. Jahrhundert greift man gerne auf historische Bauformen zurück. Bauliche Zitate antiker Rundtempel sind in den Villengärten des Bildungsbürgertums beliebt.

Diese Miniaturausgabe eines griechischen Tempels wurde um 1900 im Garten der Heilbronner Familie Wild in der Haller Straße 7 gebaut. Sanitätsrat Dr. Gustav Wild war Mitgründer der Robert-Mayer-Museums für Naturkunde in Heilbronn. In recht aufwändiger Bauweise gestaltete der unbekannte Architekt vier ionische Säulen mit umlaufendem Architrav und einem Fries mit Zahnschnittmuster.

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Weinberghäuschen

In früheren Zeiten, ohne Maschinen, ist die Arbeit in den Weinbergen körperlich sehr anstrengend. Einmal heraufgestiegen bleibt man den ganzen Tag bei der Arbeit. Zum Ausruhen und Essen werden Weinberghäuschen gebaut, die auch Schutz vor der Witterung bieten.

Dieses kleine Holzhaus stand bis 2005 am Wartberg und war in der Zeit zwischen 1890 und 1960 typisch für Heilbronner Weinberge. Damals lösten private Weinberghäuschen aus Holz die wesentlich größeren städtischen Gemeinschaftshütten aus Schilfsandstein ab. Hier lagerte ein kleiner Holzvorrat und ein Blecheimer zum Feuermachen. Das Dachwasser wurde gesammelt und zum Spritzen von Pflanzenschutzmitteln verwendet.

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Seitz´sche Laube

Diese Laube stammt aus dem Garten von Herrn Seitz in der Kübelstraße, der sie dem Förderverein geschenkt hat.

Wie alle Lauben auf dem Gelände war sie sehr stark renovierungsbedürftig. Zwischenzeitlich steht der “Rohbau” mit neuer Dachdeckung; der Eigentümer will in den nächsten Wochen selbst Hand anlegen und das Fachwerk mit alten Ziegelsteinen ausmauern.

Danach wird hier ein Photo der fertig gestellten Laube und die Beschreibung ihrer Geschichte zu sehen sein.

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K. und K. Salzlaube

Unser jüngstes “Kind” hat eine weite Reise hinter sich und befindet sich derzeit in der Schreinerei Lederer in Untermünkheim zur Restaurierung. Die “K. und K. Salzlaube” – wie sie bei uns im Förderverein genannt wird, stammt aus Bad Ischl und stand im Garten der Hauptverwaltung der Salinen Austria. Bevor dieses Anwesen verkauft wurde, gelang es durch die Unterstützung der Geschäftsleitung der Südwestdeutsche Salzwerke AG, das Gartenhaus für die Sammlung im Botanischen Obstgarten zu erwerben. Im Jahr 2009 soll es dort seinen neuen Standort erhalten.
Dann wird an dieser Stelle auch das Porträt des fertig restaurierten Kleinods zu sehen sein.

Vielen Dank für die Unterstützung

Für die Finanzierung der Laubenrenovierung bedanken wir uns u.a. bei der Kreissparkasse Heilbronn, der Südwestdeutschen Salzwerke AG, der Stadtsiedlung Heilbronn, der Firma Scholpp und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) sowie vielen Spendern, die nicht namentlich genannt werden wollen.